Achim Mehnert (1961-2018) – ein Nachruf

“Autor, ich brauche einen Autor für meine Hansrudi Wäscher-Romane.”
Ich weiß nicht mehr, wie lange ich schon mit dem Gedanken geliebäugelt habe, die Piccolo-Comics von Hansrudi Wäscher in Romanform zu veröffentlichen. Anfang 2011 habe ich den Agenten von HRW angesprochen, und die Gespräche verliefen gut.
Aber Romane müssen auch erst geschrieben werden.

Im Mai 2011 war ich dann auf der Intercomic in Köln und habe wie so häufig am Stand von Jörg Kaegelmann vorbeigeschaut. Jörg und ich hatten bereits seit ein paar Jahren einen Kontakt, der nie abgerissen ist. Er war aber nicht alleine am Stand. Jemand war bei ihm.
Ich haue Jörg an.
“Sag mal, den kenn ich doch. Das ist doch der, der …”
Und, ja, genau, das war er.
Achim Mehnert.
Ich kannte und schätzte ihn bereits als Autor seiner SF-Romane für Ren Dhark, die Atlan-Taschenbücher bei FanPro und eben auch für seine Raumschiff Promet-Romane im Blitz-Verlag von Jörg Kaegelmann.
Und ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt.
“Hallo, Herr Mehnert …”
Wenige Minuten später haben wir uns geduzt.
Ich habe ihm von meinem Vorhaben erzählt, und Achim war sofort Feuer und Flamme. Er kannte Piccolos und Hansrudi Wäscher selbst noch aus seiner Kindheit, und so brauchte es nicht viel, dass wir uns einig wurden.

Dezember 2011 ist dann der erste Tibor-Roman erschienen, und eigentlich sollte es nur bei dieser einen Serie bleiben. Aber dann war die Resonanz so gut, dass ich nach Rücksprache mit dem Agenten beschlossen habe, mit Nick und Falk weitere Serien zu starten.
Achim brauchte ich gar nicht erst zu überzeugen. Der war von den neuen Projekten sofort begeistert.
Und die Reaktion der Leser sowie die fast immer sofort nahezu ausverkauften Erstauflagen war ein Beleg dafür, dass wir irgendetwas richtig zu machen schienen. Vor allem Achim mit seiner unverkennbaren Art, den Ton und die Stimmung der Comics genau einzufangen.

Nur vor Sigurd habe ich immer zurückgeschreckt. Bei dem Umfang der Serie war ich selbst nicht sicher, ob ich mit meinen Jahren solch ein Projekt noch stemmen sollte. Es war dann Achim, der meine Bedenken weggewischt hat. Achim wollte als alter Sigurd-Fan unbedingt an dem Projekt arbeiten.
“Peter, das schaffen wir schon zusammen!”
Der erste Band ist da.
Nur der, der jetzt nicht mehr da ist, ist Achim …

Wir waren in all den Jahren nie nur Verleger und Autor. Da war eine freundschaftliche Verbundenheit, die über die reine Zusammenarbeit hinausging. Achim war ein Kumpel, mit dem man reden und sich auf ein Glas Bier zusammensetzen konnte.
Ich werde das vermissen im nächsten Mai.
Mach et joot, Achim.

Peter Hopf

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